Erfahrungsberichte
6 Minuten

Wieder zurück ins Leben – Anna

diagnose-seit

DIAGNOSE SEIT:

2012

areale

AREALE:

Beine, Po, Rücken, Bauch, Arme, Schulter und Dekolleté

stadium

STADIUM / TYP:

Stadium 2/Typ 4

behandlungsform

BEHANDLUNGSFORM:

Liposuktion

eingriffe

ANZAHL DER EINGRIFFE:

3

entferntes-volumen

ENTFERNTES VOLUMEN:

Ca. 29 Liter

zusaetzliche-maßnahmen

ZUSÄTZLICHE MASSNAHMEN:

Plasma-Straffungen und chirurgische Hautstraffung

aktivitaet

AKTIVITÄT HEUTE:

Radfahren, Schwimmen, Spazieren, Toben mit meiner Enkelin

 

Ich heiße Anna, bin 60 Jahre alt und komme aus Fürstenfeldbruck.

Wenn ich heute zurückblicke, begleitet mich das Lipödem eigentlich schon einen großen Teil meines Lebens. Als junge Frau war ich schlank. Mit 18 trug ich Größe 36 und hatte eine Sanduhr-Figur wie Liz Taylor. Nach meinen Schwangerschaften begann sich mein Körper zu verändern. Damals fiel mir zum Beispiel auf, dass ich an den Oberschenkeln schon von den kleinen Füßen meines Babys blaue Flecken bekam. Über die Jahre nahm ich immer weiter zu, vor allem an Hüften und Beinen.

Ich habe wirklich viel versucht. Weight Watchers, zuckerfreie Ernährung, Vollkorn, selbst kochen und viel Sport. Ich bin geschwommen, habe Spinning gemacht und bin viel Fahrrad gefahren. Zeitweise nahm ich 15 Kilo ab, aber hauptsächlich am Oberkörper. Meine Hüften blieben breit. Irgendwann kamen dicke Füße, Wassereinlagerungen und Knieprobleme dazu. Während der Coronazeit trug ich an der Hüfte Größe 56, am Oberkörper dagegen Größe 44.

Besonders schwer war für mich, dass ich lange dachte, ich wäre selbst schuld. Immer wieder hieß es, ich müsse einfach weniger essen und mehr Sport machen. Auch bei Ärzten wurde ich oft nur auf mein Gewicht reduziert. Dabei wusste niemand, was ich schon alles versucht hatte.

2012 bekam ich schließlich die Diagnose Lipödem. Einerseits war ich erleichtert, endlich zu wissen, was mit meinem Körper los ist. Trotzdem gab es immer wieder diese Momente, in denen ich dachte: Warum ich? Warum wird es immer mehr? Warum gehen meine Knie kaputt?

Ich habe auch Kompression getragen und Lymphdrainage bekommen. Die Kompression hat mich bei meinem sitzenden Beruf irgendwann aber nur noch eingeschnürt.

Die Entscheidung für eine Liposuktion

2020 machte ich noch einmal einen Kurs über die Krankenkasse und versuchte erneut abzunehmen. Über einen Arzt bekam ich schließlich den Hinweis auf LIPOCURA®. Am 26. Januar 2022 hatte ich dort meinen ersten Termin bei Dr. Leuthner.

Ich weiß noch genau, wie ich mich nach diesem Gespräch gefühlt habe. Da war endlich ein Arzt, der mir zugehört hat und empathisch war. Es ging nicht wieder nur darum, was ich falsch gemacht hatte. Mir wurde erklärt, dass ich eine Erkrankung habe und welche Möglichkeiten es gibt, etwas dagegen zu tun. Das hat mir unglaublich gutgetan.

Über Social Media bin ich außerdem auf Silke und ihre Beiträge gestoßen. Sie hat vieles so verständlich erklärt, dass mir das bei meiner Entscheidung sehr geholfen hat. Ich weiß nicht, ob ich die Operation ohne ihre Berichte tatsächlich gemacht hätte.

Mir war auch wichtig, dass mein Mann ein gutes Gefühl bei der Sache hat. Deshalb sind wir noch einmal gemeinsam zu einem Gespräch mit Dr. Leuthner gefahren. Danach sagte er zu mir: „Das ist ein genialer Arzt. Du machst das jetzt.“

Was sich für mich verändert hat

Insgesamt hatte ich drei Operationen, bei denen rund 29 Liter krankhaftes Fett entfernt wurden. Bei der ersten OP 2022 wurden Beine, Po und Rücken behandelt. Bei der zweiten OP 2023 wurde eine Liposuktion sowie eine chirurgische Hautstraffung am Bauch durchgeführt. Im Sommer 2026 sind dann die Arme sowie Schulter und Dekolleté behandelt worden. Die Liposuktionen an Beinen und Armen wurden mit Plasma-Straffungen kombiniert.

An den Moment nach meiner ersten Liposuktion erinnere ich mich bis heute. Als ich aus der Narkose aufwachte, fuhr ich immer wieder mit den Händen über meine Oberschenkel. Dieser Hintergrundschmerz, den ich schon gar nicht mehr richtig wahrgenommen hatte, war einfach weg.

Nach meiner ersten Liposuktion war meine Enkeltochter fünf Jahre alt. Vorher konnte ich mit ihr puzzeln, aber nicht mit ihr auf dem Boden spielen. Ich war seit mehr als 15 Jahren nicht mehr richtig auf den Boden gekommen. Und wenn doch, wusste ich kaum, wie ich wieder hochkommen sollte.

Nach der OP ging ich irgendwann in die Knie und merkte plötzlich: Das geht wieder. Ich konnte mit meiner Enkeltochter auf dem Boden spielen. Ich konnte mich wieder auf einen normalen Stuhl setzen, ohne vorher zu überlegen, ob ich hineinpasse und wie ich anschließend wieder aufstehe. Das war für mich ein unglaublich schönes Gefühl.

Meine Füße und Knie sind natürlich nicht plötzlich gesund. Aber ich kann mich wieder viel besser bewegen. Es gab Zeiten, da habe ich mich wie eine 90-Jährige gefühlt. Wenn ich heute merke, was wieder möglich ist, ist das für mich schon Wahnsinn.

„Ich war innerlich immer noch die Frau von früher“

Im Sommer 2026 wurden meine Arme operiert und gestrafft. Dort hatte sich das Lipödem in den letzten Jahren stark entwickelt. Mir selbst war das lange gar nicht so bewusst, weil ich immer so auf meinen Unterkörper fixiert war.

Kurz vor der OP zog ich ein T-Shirt an, das ich erst im Frühjahr gekauft hatte, und kam plötzlich kaum noch hinein. Ich stand da und habe geweint. Mein Mann hat mich einfach in den Arm genommen.

Vor der Operation hatte ich kaum noch Kraft in den Armen. Es fühlte sich an, als würde ich ständig ein Joch auf den Schultern tragen. Jetzt merke ich schon einen deutlichen Unterschied. Ich kann nachts wieder besser schlafen und mein Mann sagt auch, dass ich viel ruhiger schlafe.

Vor der Arm-OP und 2 Wochen nach der Arm-OP

 

Natürlich ist jetzt nicht auf einmal alles perfekt. Mein Körper hat viel mitgemacht und nach einer Operation braucht es Zeit, bis alles verheilt ist. Es gibt auch heute Tage, an denen ich mit meiner Figur unzufrieden bin.

Aber innerlich bin ich immer die Frau geblieben, die ich mit Mitte 20 war. Dieses Bild hatte ich von mir. Und dann bin ich an einem Spiegel vorbeigegangen und habe jemanden gesehen, in dem ich mich selbst kaum wiedererkannt habe. Ich glaube, ich kann mich mit meiner Figur jetzt langsam wieder anfreunden.

„Wir sind durch dünn, dick und wieder dünn gegangen“

Mein Mann ist auf diesem ganzen Weg eine riesige Unterstützung für mich gewesen. Wir sind seit 40 Jahren verheiratet und, wie ich immer sage, „durch dünn, dick und wieder dünn gegangen“.

Ich möchte aber auch nichts schönreden. Eine Liposuktion ist eine große Operation. Gerade nach den Straffungen war ich in den ersten Tagen auf Hilfe angewiesen, zum Beispiel beim Duschen, beim Toilettengang oder bei ganz normalen Dingen im Alltag. Bei mir hat die ganze Familie mitgeholfen.

Das sollte man vorher wirklich einplanen. Wenn man alleine lebt, würde ich versuchen, für die erste Zeit jemanden zu organisieren oder vielleicht ein paar Tage bei Familie oder Freunden zu bleiben.

Auch in der Klinik war es für mich wichtig, dass ich mich gut aufgehoben gefühlt habe. Wenn ich Angst oder Fragen hatte, war jemand da. Und auch nach der Operation hilft es mir zu wissen, dass ich bei Problemen oder Unsicherheiten anrufen kann.

Was ich anderen Frauen mit Lipödem mitgeben möchte

Ich gehe heute sehr offen mit meiner Geschichte um. Wenn mir bei einer Frau etwas auffällt, das mich an mich selbst erinnert, sage ich nicht: „Du hast Lipödem.“ Ich sage: „Es könnte sein. Lass es überprüfen.“

Und genau das möchte ich anderen Frauen mitgeben. Informiert euch und holt euch, wenn ihr unsicher seid, auch eine zweite Meinung. Schreibt vor einem Beratungsgespräch alle Fragen auf, die euch durch den Kopf gehen. Es gibt keine Frage, die zu unwichtig oder zu blöd ist.

Vor allem möchte ich anderen Frauen sagen: Gebt euch nicht selbst die Schuld.

Ich habe so viele Jahre erlebt, wie schnell man als dick abgestempelt wird. Man bekommt gesagt, man müsse weniger essen oder sich mehr bewegen. Und irgendwann glaubt man selbst, dass man einfach nicht genug Disziplin hat.

Eine Liposuktion bedeutet natürlich nicht, dass danach für immer alles perfekt ist. Auch mein Weg war nicht immer einfach. Aber ich würde mich wieder für die Operationen entscheiden.

Früher bin ich bei Ausflügen manchmal einfach in der Gaststätte sitzen geblieben, weil ich bei einem Spaziergang nicht mithalten konnte. Wir gingen nicht mehr tanzen, Radfahren wurde schwierig und irgendwann konnte ich nicht einmal mehr richtig schwimmen. Man verpasst dadurch so viele Dinge. Oft sind es gar nicht die großen Sachen, sondern die ganz normalen Dinge im Alltag.

Heute würde ich mir sogar wieder eine Radtour zutrauen.

„Die Lebensqualität, die ich gewonnen habe, ist damit nicht aufzuwiegen.“

Wenn ihr das Gefühl habt, dass mit eurem Körper etwas nicht stimmt, dann lasst es überprüfen. Je früher ihr wisst, was los ist, desto eher könnt ihr für euch herausfinden, was euch hilft und welchen Weg ihr gehen möchtet.

Ich habe viel zu lange geglaubt, selbst schuld zu sein. Heute weiß ich: Es lohnt sich, hinzuschauen und sich Hilfe zu holen.

Anna

Hinweis: Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Erfahrungsberichte unserer Patientinnen keine ästhetischen Operationen beschreiben, sondern sich auf medizinisch notwendige Eingriffe zur Behandlung von Lipödemen in verschiedenen Stadien beziehen.

Autorin
Anna – Patientin bei LIPOCURA®

Stadium II

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