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Der Blick in den Spiegel oder direkt auf bestimmte Körperstellen löst bei vielen Missfallen aus. Der Grund hierfür ist eine Dellenbildung auf der Haut, oft im Bereich der Oberschenkel, aber auch in anderen Regionen. Doch was bedeuten diese Dellen?
In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Cellulite, die ebenfalls als „Orangenhaut“ bekannt ist. Tatsächlich kann sich dahinter jedoch auch die schmerzhafte Fettverteilungsstörung Lipödem verbergen. Aber worin genau liegen die Unterschiede zwischen Lipödem und Cellulite und was hilft dagegen? In diesem Blogartikel erklären wir neben möglichen Ursachen, die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale, damit Sie die optisch ähnlichen Symptome besser einordnen können.
Bitte beachten: Bei der Einordnung, ob bei Ihnen ein Lipödem vorliegt oder ob es sich um Cellulite handelt, hilft zu wissen, was genau unter den beiden Fachbegriffen zu verstehen ist. Bereits jetzt möchten wir jedoch darauf hinweisen, dass eine genaue Diagnose nur von einem Spezialisten gestellt werden kann. Das trifft in besonderer Weise zu, wenn es sich um ein Lipödem handelt. Deshalb stellt dieser Artikel lediglich eine erste Orientierung dar, entbehrt jedoch nicht der individuellen und professionellen Einschätzung einer medizinischen Fachkraft.
Für Ihren schnellen Überblick haben wir hier die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale zwischen Lipödem und Cellulite im Gesamten zusammengefasst:
Sie sehen: Lipödem und Cellulite unterscheiden sich in vielen wesentlichen Punkten. Damit Sie beide Begriffe noch besser einordnen und klar voneinander abgrenzen können, erklären wir sie im Folgenden detaillierter.
Liegt ein Lipödem vor, dann leiden Sie an einer chronischen Fettverteilungsstörung, die in erster Linie Frauen betrifft. Das Lipödem ist durch eine krankhafte Vermehrung und Vergrößerung von Fettzellen im Unterhautgewebe gekennzeichnet. Es kommt zu einer unproportionalen Fettverteilung, die oftmals an Armen und Beinen auftritt. Dadurch verändert sich die Körpersilhouette und die Kleidung wird zu eng.
Viele Frauen empfinden ein Lipödem als starke Beeinträchtigung des alltäglichen Lebens, aufgrund von Bewegungseinschränkungen und Schmerzen, die nicht selten eine psychische Belastung nach sich ziehen.
Die Ursachen für ein Lipödem sind noch nicht vollständig erforscht. Eine erbliche Vorbelastung gilt jedoch als höchst wahrscheinlich. Weiterhin können hormonelle Veränderungen, beispielsweise durch Pubertät, lange Phasen von psychosozialem Stress, eine Schwangerschaft oder die Menopause als Auslöser angesehen werden. Übergewicht, mangelnde Bewegung oder eine ungesunde Ernährung werden jedoch ähnlich der Cellulite bei Lipödem als ursächlich ausgeschlossen. Diese Probleme können gleichwohl den Verlauf einer Lipödem-Erkrankung negativ beeinflussen.
Im Gegensatz zum Lipödem ist Cellulite keine Erkrankung. Vielmehr handelt es sich um ein rein oberflächliches Hautproblem ohne weitere Symptome. Eine Orangenhautbildung kommt nicht ausschließlich, aber deutlich häufiger bei Frauen vor. Das liegt am Aufbau des weiblichen Bindegewebes.
Während die Bindegewebsstränge bei Männern netzförmig und dicht angeordnet sind, verlaufen die Kollagenfasern bei Frauen parallel zueinander und sind elastischer. Dadurch ist das Bindegewebe bei Frauen weicher und verliert schneller an Festigkeit. Die darunterliegenden Fettzellen können durchscheinen und an der Hautoberfläche als sichtbare Dellen auftreten. Der Effekt kann sich noch verstärken, wenn die Haut zusammengeschoben oder zusammengekniffen wird.
Cellulite kann nicht nur bei Frauen mit viel Fettgewebe entstehen, sondern auch bei schlanken Körpern. Ursächlich für die Entstehung von Cellulite ist eine genetische Veranlagung. Ebenso können hormonelle Veränderungen wie die Menopause oder eine Schwangerschaft ihre Bildung beeinflussen.
Hinweis: Nicht zu verwechseln ist Cellulite mit Cellulitis. Zwar werden beide Begriffe oft synonym verwendet, doch gibt es einige Unterschiede. So handelt es sich bei Cellulitis um eine akute bakterielle Entzündung des Unterhautbindegewebes. Die Infektion ist einhergehend mit Schmerzen, Hautrötungen, Ödemen und Wärmeentwicklung. Diese Symptome treten bei Cellulite nicht auf.
Auf den ersten Blick können sich Cellulite und Lipödem ähneln, da beide zu sichtbaren Hautdellen führen, überwiegend an Armen und Beinen. Diese entstehen durch vermehrtes Fettgewebe in Kombination mit strukturellen Veränderungen des Bindegewebes. Dabei wird die Haut ungleichmäßig gespannt, während feste Bindegewebsstränge sie an einzelnen Stellen nach innen ziehen. So entsteht das typische, dellenartige Hautbild.
Auch bei den Ursachen gibt es weitreichende Überschneidungen. Ihre chronischen Eigenschaften bilden ebenfalls eine Gemeinsamkeit. Dennoch stellen Lipödem und Cellulite zwei vollkommen unterschiedliche Gewebeveränderungen dar.
Wesentliche Unterscheidungsmerkmale sind ihre jeweiligen Symptome, die bei der Einordnung helfen:
Cellulite bildet sich durch eine Schwächung des Bindegewebes. Als einzig nennenswertes Symptom ist die Entstehung von Hautdellen zu beachten, die insbesondere beim Zusammendrücken der Haut sichtbar werden. Die Hautoberfläche bleibt jedoch weich und ohne Spannungsschmerzen oder Bewegungseinschränkungen. Somit ist Cellulite eine rein optische Hautveränderung. Cellulite entsteht durch Bindegewebe, das die Haut nach innen zieht. Beim Lipödem hingegen bilden sich – besonders ab Stadium 2 – Dellen, die nach außen treten.
Ganz anders verhält es sich, wenn Sie an einer Lipödem-Erkrankung leiden. Neben der optischen Beeinträchtigung – die Haut wirkt großflächig uneben und wellig, weshalb auch vom „Matratzenphänomen“ gesprochen wird – kann diese Erkrankung mit starken Schmerzen einhergehen. Die Haut fühlt sich an stark fibrotisierten Stellen verhärtet an, das Unterhautfettgewebe neigt zu einer fühlbaren Knotenbildung. Durch die krankhafte Zunahme des Fettgewebes entsteht eine Umfangsvermehrung, die in vielen Fällen zu Bewegungseinschränkungen und Hautirritationen führt. In aller Regel sind dabei die Hände und Füße nicht geschwollen.
Zu den Symptomen von Lipödem zählen:
Die Entwicklungsstadien von Cellulite und Lipödem im Vergleich
Bei der Einordnung, ob es sich um Cellulite oder Lipödem handelt, kann ebenfalls der Vergleich der Entwicklungsstadien helfen:
Während Cellulite vergleichsweise harmlos ist, handelt es sich bei einem Lipödem um eine ernstzunehmende Erkrankung. Bei Verdacht auf Lipödem sollten Sie daher baldmöglichst einen Facharzt aufsuchen, der auf die chronische Fettverteilungsstörung spezialisiert ist.
Doch welcher Arzt kann weiterhelfen?
Bei LIPOCURA® stehen wir Ihnen mit viel Verständnis, besonderer Expertise, fundierter Diagnostik und der Möglichkeit einer Zweitmeinung zur Seite. Außerdem helfen Phlebologen (Venenärzte) oder Lymphologen, die sich mit Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Lymphödemen) auskennen. Weiterhin sind ebenfalls Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie in der Lage, fundierte Diagnosen zu stellen. Voraussetzung ist in jedem Fall eine möglichst langjährige Erfahrung mit der Erkrankung Lipödem und den entsprechenden Behandlungsmethoden.
Der Hausarzt ist zwar oft die erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen, jedoch verfügen Allgemeinmediziner häufig nicht über die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen, die für eine erfolgreiche Erkennung und Behandlung dieser speziellen Erkrankung benötigt werden.
Einen Lipödem-Experten finden Sie zum Beispiel über persönliche Empfehlungen von anderen Patientinnen oder über eine Lipödem-Community. Überdies stellen die meisten Fachärzte auf ihren Webseiten Leistungsübersichten zur Verfügung. Es lohnt sich also, die Qualifikationen und Erfahrungen der Ärzte vorab zu überprüfen. Dabei können auch Erfahrungsberichte und Bewertungen von Patientinnen helfen.
Für die Behandlung von Cellulite stehen verschiedene kosmetische und therapeutische Maßnahmen zur Verfügung, die das Hautbild glätten und das Wohlbefinden verbessern können.
Cellulite kann verbessert werden durch:
Wichtig: Diese Maßnahmen können das Hautbild sichtbar verbessern und das Spannungsgefühl reduzieren. Doch Cellulite ist ein natürlicher Teil des weiblichen Körpers – und das bei der großen Mehrheit aller Frauen. Eine vollständige Beseitigung ist in den meisten Fällen nicht möglich, und das ist völlig normal.
Bei der Lipödem-Behandlung wird zwischen konservativen und chirurgischen Maßnahmen unterschieden. Eine nachhaltige Verbesserung oder sogar ein Beseitigen der Symptome lässt sich jedoch nur durch eine Liposuktion bei Lipödem erreichen. Bei diesem operativen Eingriff werden die erkrankten Fettzellen zur Absicherung mit hoher Wahrscheinlichkeit dauerhaft entfernt und bei sorgfältigem Vorgehen ein weiteres Ausbreiten des Lipödems verhindert.
Bei LIPOCURA® werden Sie von auf Lipödem spezialisierten Fachärzten beraten und behandelt. Gerne unterstützen wir Sie in einem persönlichen Gespräch – transparent, einfühlsam und auf Augenhöhe.
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Bei der Einschätzung, ob Sie an einem Lipödem leiden oder ob Cellulite vorliegt, kann Ihnen unser eigens entwickelter Lipödem-Selbsttest helfen. Die Lipödem-Experten und Fachärzte von LIPOCURA® können eine qualifizierte Diagnose stellen. Sie verfügen über eine mehr als 15-jährige Erfahrung im Bereich von Lipödem-Erkrankungen. LIPOCURA®–Fachzentren finden Sie bereits an vielen zentralen Standorten.
Durch Untersuchungsmethoden wie Kneiftest, Abtasten und Stemmersches Zeichen können unsere Spezialisten eine mögliche Erkrankung ein- oder ausschließen. Eine ergänzende Ultraschalluntersuchung gibt weiteren Aufschluss. Bei der Diagnosestellung wenden wir zudem ein ganzheitliches Untersuchungskonzept an, bei welchem immer die Gesamtsituation des Patienten berücksichtigt wird. Denn nur so lässt sich ein nachhaltiges Ergebnis erzielen.
Und wenn es zu einer Lipödem-Behandlung kommt, sind Sie bei den medizinischen Fachkräften von LIPOCURA® ebenfalls in den besten Händen. Mit mehr als 2.000 Liposuktionen pro Jahr verfügen sie über ein weitreichendes Fachwissen bei der Bekämpfung dieser speziellen Erkrankung.
Sie haben noch Fragen? Unser Team hilft Ihnen gerne weiter.
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Bei Cellulite oder Orangenhaut bilden sich Dellen auf der Haut. Es handelt sich um ein oberflächliches Hautproblem ohne weitere Symptome, das durch ein schwächer werdendes Bindegewebe entsteht.
Dagegen stellt ein Lipödem eine chronische Erkrankung dar, die mit zahlreichen Beschwerden wie Schmerzen, Schweregefühl, Berührungsempfindlichkeit und oft auch mit einer deutlichen Umfangsvermehrung einhergeht. Grob lässt sich sagen: Ein Lipödem entsteht durch eine unkontrollierte Fettgewebeproduktion. Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt, aber es wird eine Kombination aus genetischen Faktoren, hormonellen Einflüssen und Mikroangiopathien angenommen.
Die Haut fühlt sich zunehmend fester an. Sie können kleine Knötchen unter der Haut ertasten. In fortgeschrittenem Stadium kommt eine erhöhte Druckempfindlichkeit dazu und die Haut bildet schneller blaue Flecken aus als gewöhnlich.
Die ersten Anzeichen sind ungewohnte Schwere- und Spannungsgefühle in den Beinen, seltener auch in den Armen. Die betroffenen Bereiche reagieren druckempfindlich und können im Tagesverlauf zunehmend schmerzen – besonders nach längerem Stehen oder Sitzen. Mit der Zeit fällt zudem eine symmetrische Umfangszunahme auf, die sich weder durch Diät noch durch Sport wesentlich beeinflussen lässt.
Ja, typischerweise verändert sich die Fettverteilung nicht proportional, wenn man Gewicht verliert. Betroffene verlieren oft Fett am Oberkörper, während die Beine, Hüften oder Arme weiterhin deutlich dicker bleiben. Dieses ungleichmäßige Muster ist ein Hinweis auf Lipödem und unterscheidet es von „normaler“ Fettansammlung oder Cellulite.
Nein, es besteht keine erhöhte Druckempfindlichkeit bei Cellulite. Durch die nachlassende Spannkraft des Bindegewebes kann sich die Haut oft weicher anfühlen als gewöhnlich. Jedoch betrifft Cellulite vielmehr die Fettläppchen-Struktur, nicht zwingend die Hautelastizität selbst.
Eine Verbesserung des Hautbildes kann in einigen Fällen durch Radiofrequenz- oder Ultraschalltherapie sowie durch Lipomassagen erreicht werden. Ebenso kann eine professionell ausgeführte Schröpfkur unterstützen, bei welcher das erschlaffte Bindegewebe durch Erzeugen von Unterdruck gestrafft wird. Gute Ergebnisse lassen sich auch mit der Mesotherapie erzielen. Bei dieser Methode wird die mittlere Hautschicht durch eine Injektion mit unvernetzter Hyaluronsäure geglättet. Dies ist allerdings eine Off-Label-Anwendung mit begrenzter wissenschaftlicher Datenlage.
Cellulite und Lipödem sind zwei grundlegend verschiedene Veränderungen, die eine geht nicht in die andere über. Cellulite ist eine strukturelle Bindegewebsveränderung, keine Krankheit im medizinischen Sinne. Ein Lipödem hingegen ist eine chronische Erkrankung des Fettgewebes, die mit Schmerzen, Schweregefühl und einer krankhaften Fettverteilung einhergeht. Wer also Cellulite hat, entwickelt dadurch kein Lipödem.
Ja, das ist möglich und kommt häufiger vor, als viele denken. Beide Beschwerden betreffen das Unterhautfettgewebe und treten bevorzugt bei Frauen auf, weshalb sie leicht verwechselt oder gemeinsam übersehen werden. Während Cellulite vor allem durch Bindegewebsschwäche entsteht, hat das Lipödem hormonelle und genetische Ursachen und geht typischerweise mit Druckschmerz und Spannungsgefühl einher. Wer unter beiden Beschwerden leidet, benötigt einen Behandlungsansatz, der beides berücksichtigt. In unserer Praxis diagnostizieren wir sorgfältig, was wirklich vorliegt und entwickeln darauf aufbauend einen gezielten Therapieplan.
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LIPODOC
Von Dr. med. Katrin Lossagk
Von Dr. med. Dominik von Lukowicz
Von Dr. med. Zukhra Abdullaeva
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