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Erfahrungsberichte, Mindset
4 Minuten

Der eigene Körper – so nah und dennoch fremd

Früher in den Boulevardzeitschriften und den TV-Magazinen – das Hervorheben der schlanken und sportlichen Frauen. Am besten noch möglichst dem westlichen Schönheitsideal entsprechend und die Haut fern jeglicher Irritationen. Und noch heute, überwiegen in der digitalen Welt – nach wie vor die Fotos und Videos schlanker und fitter Frauen. Was aber noch hinzukommt ist eine Körperstatur, die man von Natur aus kaum erreichen kann: die Sanduhrfigur, samt Wespentaille, gebärfreudiges Becken, aber dabei natürlich ganz schmale Beine. Und nicht zu vergessen, der überproportionale „glattgebügelte“ Po.

Und wer anders aussieht und dem Ideal nicht entspricht, kann mit dem eigenen Körper schnell mal unzufrieden werden. Kenne ich nur zu gut.

Je mehr ich mich mit dieser Krux beschäftig habe, desto mehr wurde mir bewusst, welche Einflüsse und Prägungen dabei eine große Rolle spielen können.
Daher möchte ich Ihnen nahebringen, durch welche Situationen ich Erkenntnisse dazugewonnen habe.

Body Mass Index – eine blinde Gliederung des idealen Körpers?

Untergewichtig, normalgewichtig, übergewichtig oder fettleibig – festgelegte Schubladen, in denen wir uns einzuordnen haben. Der sogenannte Body Mass Index, der das Idealgewicht ermitteln soll, wird mit einer Formel aus Körpergröße in Relation zum Gewicht berechnet (Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat).

Inzwischen ist das Prinzip der vorgefertigten BMI-Skala ziemlich umstritten. Dennoch gilt der BMI-Wert als Standardgliederung, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgibt. Je nach Altersgruppe unterscheiden sich die Werte, beispielsweise:

  • Altersgruppe 25–34 Jahre: idealer BMI-Wert ca. zwischen 19 und 24
  • Altersgruppe 55-65 Jahre: idealer BMI-Wert ca. zwischen 23 und 28

Auch in der medizinischen Beurteilung spielt der BMI-Wert noch heute eine erhebliche Rolle.
So wird zum Beispiel als Voraussetzung der Kostenübernahme durch die Krankenkasse bei Lipödem, das Stadium III mit einem niedrigeren BMI-Wert als 35 betitelt.
Was ich bei der digitalen Beurteilung meines Körpers lange missachtet hatte, war mein Körperbau. Daher konnte ich mich selbst nicht ganz mit dem Ergebnis meines BMI-Wertes identifizieren. Das hängt aber oft mit einer Fehleinschätzung der eigenen Figur zusammen.

Jo-Jo-Effekt – starke Gewichtsschwankungen

Wer schon mal gut was an Gewicht verloren hat, oder sich krampfhaft mit einer Diät auseinandergesetzt hat, kennt sicherlich schon den Begriff “Jo-Jo-Effekt”.

Vor nicht allzu langer Zeit wurden die Stars in den Boulevardzeitschriften für ihre starken Gewichtsschwankungen belächelt und diskriminiert. Ich denke, dass dabei wohl kaum in Betracht gezogen wurde, dass sie stetig unter enormem Druck standen. Wie belastend es für sie sein muss, ständig im Rampenlicht zu stehen und sich den schwierigsten Kritikern auszusetzen. Ein Leidensdruck, den auch wir aus dem Alltag kennen und erfahren.

So kommt es vor, dass man krampfhaft durch eine Crash-Diät zwar schnelle Erfolge erzielt, aber dadurch den eigenen Metabolismus nicht liebevoll die Hand reicht, sondern ihm dadurch vielmehr den Kampf ansagt. Und genau diesen Weg bin ich bereits mehrmals gegangen.

“Das bisschen Hunger überstehe ich schon, für einen flachen Bauch wie Britney Spears.“
Doch wie so vieles hat unser Körper auch ein gewisses Kaloriendepot, das aktiviert wird, sobald er in den Mangel kommt. Wird daraus aber eine Gewohnheit, so nutzt der Körper jede Gelegenheit, so viele Kalorien wie möglich abzuspeichern und sein Depot wieder zu füllen. Daher nimmt man schleunigst wieder zu – ziemlich simpel erklärt, wie ich finde.

Dysmorphophobie – Ich sehe nicht das, was Sie sehen

Bei der körperdysmorphen Störung, auch Körperdysmorphie genannt, handelt es sich um eine psychische Krankheit, bei der sich Patienten übermäßige Sorgen um ihre äußere Erscheinung machen. Es werden vermeintliche Fehler und Schwächen des eigenen Körpers ausgemacht, was zu seelischen Qualen führt. Das persönliche Umfeld sieht diese angeblichen Mängel normalerweise nicht, da sie oft gar nicht vorhanden sind. Zumindest nicht derart stark ausgeprägt, wie es die Betroffenen selbst wahrnehmen. Diese Mängel sind für andere oft nicht wahrnehmbar.

Körperdysmorphe Störungen entwickeln Menschen jeden Alters, wobei es aber vor allem junge Menschen, oftmals Teenager, betrifft. Dabei spielt das Geschlecht keine Rolle. Sowohl Männer als auch Frauen sind davon betroffen. Dysmorphophobie (auch Körperschemastörung genannt) zu haben, hat wirklich nichts mit Narzissmus oder Eitelkeit zutun. Es ist ein wirkliches Leiden und kann unter Umständen das alltägliche Leben sehr stark belasten.
Neben der Pubertät gehören auch starke körperliche Veränderungen zu den häufigsten Gründen für diese psychische Erkrankung.

Dennoch gibt es folgende Anzeichen, die zu den typischen Symptomen einer Körperschemastörung beitragen:

  • Sie beschäftigen sich übermäßig mit vermeintlichen Schönheitsmängeln, die für andere nicht erkennbar oder nur geringfügig sind.
  • Der vermeintliche Schönheitsmakel treibt Sie wiederholt zu bestimmten Verhaltensweisen oder gedanklichen Handlungen. Sie überprüfen beispielsweise Ihr Äußeres im Spiegel, betreiben übertriebene Körperpflege, müssen sich von anderen ständig bestätigen lassen, dass Sie nicht hässlich sind (Rückversicherungsverhalten) oder vergleichen sich ständig mit anderen Personen.
  • Sie leiden unter der übermäßigen Beschäftigung ihrer äußeren Erscheinung oder diese beeinträchtigt sie in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Lebensbereichen.
  • Die übermäßige Beschäftigung mit dem äußeren Erscheinungsbild basiert nicht auf einer Essstörung.
  • Sie ziehen sich mehrmals am Tag um, fühlen sich schnell unwohl in Ihrer Kleidung.

 

“Der Blick in den Spiegel – Ein Modus der optischen Selbstwahrnehmung. Ein selektiver Streich oder doch nur die Realität?”

Oftmals findet man sich mit den gesundheitlichen Verfassungen und der optischen Veränderungen des eigenen Körpers ab und neigt dazu, dies gar nicht erst weiter zu hinterfragen.
Aber genauso kommt es vor, dass Sie sich zwar optisch verändert haben, Ihr Gehirn diesen Prozess aber noch nicht ganz verarbeitet hat. So ist es für Sie nicht ganz ersichtlich, wen oder was genau Sie sehen, sobald sie vor dem Spiegel stehen.

Neue Erkenntnisse sammeln

Ich selbst habe 50 Kilo abgenommen und sehe seitdem wie ein anderer Mensch aus.
Zum Beispiel stellt der Klamotteneinkauf, noch heute, ein großes Problem für mich da.
Denn für mich entspricht meine Kleidungsgröße nicht dem Bild, das ich von meinem Körper habe. So kam es zum Beispiel schon mehrmals vor, dass ich die Verkäuferin gefragt habe, ob die Hose evtl. falsch etikettiert wurde.

Dieser spezielle Leidensweg, den ich noch heute durchlaufe, hat mir viele neue Erkenntnisse über mich selbst verschafft. Was viele Außenstehende vielleicht nicht nachvollziehen können, ist für mich persönlich inzwischen zur Normalität geworden.

Durch hilfreiche Übungen und die Achtsamkeit zu mir selbst lerne ich mich neu kennen und arbeite liebevoll daran. Und Sie schaffen das auch!


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